Corporate Design und Farbe (Farbe erfolgreich einsetzen in 11 Folgen)

 

Orangener und gelber Teil eines Paragliders Nutzen Sie die Macht der Farben

Folge 7 – Die sieben Farbkontraste

Zeigen Sie Farbe!
Hund mit verschieden farbigen Augen

© Foto: www.aboutpixel.de/clirix

Die sieben Farbkontraste nach Itten:

  • Der Hell-Dunkel-Kontrast (Helligkeitskontrast)
  • Der Kalt-Warm-Kontrast (Nah-Fern-Kontrast)
  • Der Komplementärkontrast
  • Der Simultan- /Sukzessivkontrast
  • Der Qualitätskontrast (Intensitätskontrast)
  • Der Quantitätskontrast (Mengenkontrast)
  • Der Farbe-an-sich-Kontrast (Buntkontrast und Unbuntkontrast)

»Von Kontrast spricht man dann,
wenn zwischen zwei zu vergleichenden Farbwirkungen
deutliche Unterschiede oder Intervalle
festzustellen sind« (Itten).

1. Hell-Dunkel-Kontrast (Helligkeitskontrast)

Der Hell-Dunkel-Kontrast bezeichnet die Helligkeit einer Farbe (Tonwert).
Im Graustufenbild rechts zeigt sich der Hell-Dunkel-Kontrast deutlich:

Auch reine Farben (Sättigung = 100%) unterscheiden sich in der Helligkeit weswegen auch hier ein Helligkeits-Kontrast vorkommen kann. Der grösste Helligkeits-Kontrast bei reinen Farben besteht zwischen Gelb und Blauviolett (siehe Grafik).

Ein gezielter Einsatz des Hell-Dunkel-Kontrastes unterstützt die Lesbarkeit von Texten. Weil ein ähnlicher Helligkeitswert zwischen Text und Untergrund die Lesbarkeit beeinträchtigt, verwenden beispielsweise Barrierefreie Internetseiten starke Kontraste.

2. Der Kalt-Warm-Kontrast (Nah-Fern-Kontrast)

Blaugrün wird allgemein als die kälteste und Rotorange als die wärmste Farbe empfunden.
Das liegt u.a. an der Wellenlänge der Farben und dem, womit wir diese Farben assoziieren:
Wasser oder Eis werden als kühl/kalt empfunden und mit Blau (kalte Farbe) assoziiert.
Feuer empfinden wir als heiß und die warme Sonne wird mit der Farbe Gelb (warme Farbe) assoziiert.

3. Der Komplementärkontrast

Komplementär sind sich die Farben, die sich auf dem Farbkreis gegenüberliegen:

4. Der Simultan-/Sukzessivkontrast

Der Simultankontrast (simultan = gleichzeitig oder wechselseitig) beschreibt die Wechselwirkung von nebeneinander liegenden/aufeinander Farbflächen.
Legt man ein rotes Quadrat auf ein neutral graues Quadrat, kann man feststellen, dass sich das graue Quadrat ins rötliche, also in eine warme Farbgebung, verschiebt. Bei einem blauen Quadrat auf einer grauen Flaeche entsteht eine kühlere Farbwirkung.

5. Der Qualitätskontrast (Intensitätskontrast)

Unter Farbqualität versteht man den Reinheits- oder Sättigungsgrad von Farben.
Werden reine, gesättigte mit getrübten Farben in Verbindung gebracht, sieht man einen Qualitätskontrast (hoher Kontrast).
Bei einem schwachen Sättigung-Kontrast unterscheidet sich die Sättigung, also die Leuchtkraft, kaum.
Die Trübung der reinen Farben wird erreicht durch das Mischen mit:
Schwarz, Weiß, Grau, oder der entsprechenden Komplementärfarbe:

6. Der Quantitätskontrast (Mengenkontrast)

Der Quantitätskontrast beschreibt die flächenmäßige Verteilung der verwendeten Farben.

Farbwerte nehmen entsprechend ihrer Leuchtkraft nicht die gleiche Aufmerksamkeit bzw. den gleichen Raum in Anspruch.
Ein ausgewogenes Verhältnis von Farbwerten erfordert unterschiedlich gross gestaltete Farbflächen.
N ach Goethes Farbenlehre würde ein ausgewogenes Mischungsverhältnis aussehen, wie folgt.
Gelb 3, Orange 4, Rot 6, Grün 6, Blau 8, Violett 9
Für einen schwachen Kontrast z.B. einer violette Fläche mit Gelb müsste die violette Fläche drei Mal grösser gestaltet werden als die rein gelbe Fläche.

7. Der Farbe-an-sich-Kontrast (Buntkontrast und Unbuntkontrast)

Der Farbton steht hier im Vordergrund.
Liegt der Farbton der Farbflächen im Farbkreis weit auseinander, spricht man von einem starken Kontrast.
U nterscheiden sich die Farbtöne wenig voneinander, spricht man von einem schwachen Kontrast .
Itten nennt diesen Kontrast Farbe-an-sich-Kontrast.


Starker Farbton-Kontrast
Zusammenstellung von reinen, bunten Farben.
Schwarz (jeweils in der Mitte) und Weiss können die Farbwirkung verstärken.


Schwacher Farbton-Kontrast

Quelle und Näheres unter http://de.wikipedia.org/wiki/Farbenlehre.

Quelle:
http://lehrerfortbildungbw.de/kompetenzen/gestaltung/farbe/systeme/itten/
http://lehrerfortbildungbw.de/kompetenzen/gestaltung/farbe/systeme/kueppers/index.html
http://www.kuepperscolor.de

Lesen Sie in Teil VIII
• Farmischungen


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Farben wirken . . .
© Foto Anne Ammann

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